Ich fordere die “von der Leyen”-Matrix

Es ist noch nicht so lange her, da ging eine grosse Diskussion durch Deutschland, die sich mit dem Sperren von kinderpornografischen Inhalten im Internet befasste – man befürchtete hier die Grundsteinlegung für eine weitergehende Zensur im Internet. Und wenn ich was an deutschen Politikern mag, dann das man eigentlich immer davon ausgehen kann, dass solche Befürchtungen auch wahr werden.

Am gestrigen Tage regte unsere liebevoll “Zensursula” genannte Familienministerin also eine ausgedehnte Diskussion über weitere Sperren an , denn “Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann.”

Sehr geehrter Frau von der Leyen, ich schliesse mich mittlerweile all Ihren Argumenten und Ansichten voll an. Ich würde Sie extrem gerne dabei unterstützen, das großartige Internet zu einem Paradies und sicheren Hafen zu machen, in dem vor allem die Jugend vor all den Dingen geschützt ist, mit denen sie in der immer schwerer zu ertragenden Realität konfrontiert wird. Wir könnten hier schon im Kindergarten – vielleicht sogar noch davor – anfangen. Weg mit den Bauklötzen und Legosteinen – hieraus lässt sich viel zu leicht das Abbild einer Pistole basteln – spätere Folgen sind unvorhersehbar.  Stattdessen Kleinkinder ins Netz – denn dort sind bewahren Sie Stoppschilder und andere Sperrmechanismen vor allem Bösen und die lieben kleinen können auf kindgerecht gestalteten Internetseiten bunte Erlebniswelten multimedial geniessen. Und die Heranwachsenden und schon Erwachsenen natürlich auch: Hinein in den inhaltlich von herrlicher Staatsgewalt wohlregulierten Lebensraum Internet, denn auch bei Youtube läuft nur noch die ewige Wiederholung von “Pleasantville“. Allerdings müsste auch hier das Ende des Films eventuell noch überarbeitet werden.

Zeitgleich sperren wir dann den Zugang zur Realität, denn hier wird immer noch hemmungsloser gemobbt, beleidigt und betrogen als im aktuell leider weitestgehend noch ungesperrten Internet und die Aufklärungsquote ist auch viel kleiner als bei äquivalenten Straftaten mit Internet-Bezug (Quelle: PKS 2007) Und von den sonstigen Straftaten mal abgesehen – hier läge doch der tatsächliche Nutzen: Wenn alles Volk nur noch im geschützten Internet weilt, sind Amokläufe, Mord und Diebstahl ja quasi ausgerottet. Die virtuelle Tötung gibt es nämlich wirklich nur in der Matrix aus dem Kino…

Und funktionierende Sperren von irgendetwas im Internet nur in unserer Phantasie… Schade …

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